Fachhochschule Köln
Cologne University of Applied Sciences 
Campus Gummersbach
Der Kienbaum-Förderpreis

Logistik für Wein, Software für Kassen und Sicherheit für Datennetze

2. Juli 2007

Die Unternehmensberatung Kienbaum Consultants International verlieh auch in diesem Jahr den Preis für herausragende Arbeiten der Wirtschaftsinformatik am Campus Gummersbach der FH Köln. Firmenchef Jochen Kienbaum hob in seiner Ansprache vor den Gästen und Betreuern hervor, dass akademische Fachkräfte aus dem technischen Bereich jetzt und in Zukunft händeringend gesucht werden. Die Karriere sei deshalb aber kein Selbstläufer, sondern die Berufsanfänger müssten neben fachlichen Qualitäten auch die Softskills wie Kommunikations- und Teamfähigkeit mitbringen.

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Hochschul-Dekan Prof. Dr. Christian Averkamp betonte in seiner Rede die enge Zusammen-arbeit des Campus mit der Wirtschaft, für die diese Preisverleihung ein gutes Beispiel sei. Vom Umzug der Hochschule in die Innenstadt erwartet Averkamp auch neue Impulse für die Wirtschaft, von der Belebung des Einzelhandels bis hin zu Unternehmensgründungen im Umfeld des Neubaus.

Jochen Kienbaum überreichte die Preise persönlich und verlas die Laudatio. Mit der Arbeit „Analyse und Optimierung von Geschäftsprozessen in der Logistik“ errang Isabelle Bennour den ersten Platz und erhielt 750 Euro.

Frau Bennour aus Butzbach bei Frankfurt hat an der Hochschule in Gummersbach den Aufbaustudiengang Wirtschaftswissenschaften für Ingenieur/innen absolviert. Im Rahmen ihrer Tätigkeit bei WIV Wein International AG hat sie selbst ein Konzept für die Optimierung des Logistikprozesses mit Hilfe der Informationstechnologie entworfen. Die WIV Wein International AG, Rheinland-Pfalz, ist das weltweit größte Direktvertriebsunternehmen für Wein und international in 21 Ländern aktiv. Am Beispiel WIV untersuchte Frau Bennour aber darüber hinaus auch die grundsätzliche Methode und Unterstützung der Geschäftsprozessoptimierung.

Als „Werkzeug“ nutzte sie das ARIS-Toolset – ein mittlerweile weit verbreiteter Standard. Diese Arbeit hat nicht zuletzt wegen ihrer hohen methodischen Kompetenz und der fundierten Arbeitsweise beeindruckt, so die Laudatio. Die Berater aus seinem Hause, meinte Jochen Kienbaum, würden bei diesen Fragestellungen „sicherlich eine vergleichbare Herangehensweise“ wählen. Betreuer waren Professor Dr. Friedrich Knittel und Dr. Michael Ricken von der beteiligten Firma.

Henning Werner aus Marienheide erreichte den zweiten Platz (500 Euro) mit seiner Arbeit „Entwicklung eines zentralen Logging-Systems für das Kassensoftwaresystem POSition® auf XML Datenbasis“.

Der Einzelhandel steht unter einem sehr hohen Wettbewerbsdruck. Die Firma Nixdorf hat sich zum Ziel gesetzt, ein zentrales Logging-System für ihr Kassensoftware-System POSition® zu entwickeln, um z.B. lange Warteschlangen vor den Kassen in einem Supermarkt zu vermeiden. Das System zeigt das Laufzeitverhalten der verschiedenen dezentral aufgestellten Kassensysteme, ohne gleichzeitig die Abläufe im bestehenden System zu beeinträchtigen. Durch diese Transparenz können Techniker erheblich schneller und gezielter die Fehlerquellen bei Störungen entdecken und die Probleme lösen.

Herrn Werner gelang es, ein solches Logging-System auf XML-Basis zu entwickeln. Er hat sich in seiner Arbeit mit der XML-Technik sowohl theoretisch und als auch praktisch auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist, so Jochen Kienbaum, eine gut strukturierte Arbeit, die insbesondere durch ihr hohes Maß an Analytik heraus sticht. Betreuer waren Frau Professorin Dr. Heide Faeskorn-Woyke und Professor Dr. Frank Victor.

Den dritten Preis (250 Euro) erhielt Daniel Jedecke aus Köln für seine Arbeit „Studie zur Kompatibilität und Interoperabilität von Informationssicherheits-Management-systemen“.

Da immer mehr Unternehmen ihre Geschäftsprozesse per Internet oder firmenintern per Int-ranet abwickeln, wird auch die Sicherheit der eingesetzten IT-Systeme immer wichtiger. Datenverlust oder gar Wirtschaftsspionage per Internet kann gravierende Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben.

Herr Jedecke analysierte in seiner Arbeit mehrerer Informationssicherheits-Managementsysteme und gibt den notwendigen Überblick über bestehende Programme. Er zeigte aber auch, ob und wie verschiedene Systeme miteinander zu kombinieren sind. Auf Basis des Systems „Card Industry Data Security Standard“ sowie der Richtlinien des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik leitet er logische Schlussfolgerungen für das Zusammenspiel beider Sicherheitsmanagementsysteme ab. Die überdurchschnittliche Qualität dieser Arbeit wird dadurch unterstrichen, so die Laudatio, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Diplomarbeit von Herrn Jedecke als eines der externen Hilfsmittel des Grundschutzhandbuches veröffentlicht hat.

Betreuer waren Professor Dr. Stefan Karsch und Professor Dr. Ludwig Stahl.








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